Borkenkäfer
Sex, Drugs und Rock n'roll
Dr. Ulrich Kohnle - Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg
Das Leben der Borkenkäfer spielt sich im Wald meist buchstäblich unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab: die Käfer leben die meiste Zeit so gut versteckt unter der Rinde von Bäumen, dass sie kaum auffallen. Das ist eigentlich schade, denn ihr Leben steckt voll spannender Überraschungen. Beim Blick durchs Elektronenmikroskop entpuppen sich beispielsweise die für das bloße Auge unscheinbaren Tierchen als skurrile Gestalten mit geradezu phantastischen Formen, die leicht einem Sciencefictionfilm entsprungen sein könnten.
Um sich erfolgreich durchsetzten zu können, müssen sich die Käfer auf ihrem Weg in den Schutz der Baumrinde sowohl mit den chemischen Abwehrwaffen ihrer Wirtsbäume als auch mit räuberischen Fressfeinden auseinandersetzen. Im Video zeigen sich dabei Jagdszenen mit hoher Dramatik.
Verblüffend erscheint, dass solche Winzlinge wie die Borkenkäfer unter bestimmten Voraussetzungen rasch und wirkungsvoll Bäume in großem Maßstab umbringen können. Sie bedienen sich dabei nicht selten der Hilfe bestimmter Pilze, die sie gezielt pflegen und die Bäume damit infizieren. Eine Besonderheit bildet bei Borkenkäfern auch die Verwendung von Duftsignalen. Viele Borkenkäferarten haben ihre "Duftsprache" zu komplexen chemischen Kommunikationssystemen entwickelt, mit denen sie ihre Angriffe auf Bäume gezielt und wirkungsvoll steuern.
Dienstag, 27. April 2004, 19:30 Uhr
Johannes-Kepler-Gymnasium Leonberg, Raum 211/212
Kostenbeitrag Euro 2,50 - Schüler und Studenten frei
Zu diesem Vortrag in unserer Reihe Kolleg im Kepler laden wir euch und Sie herzlich ein.
Wolfgang Waldinger, Helmut Weishaar |