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Muriel Gahl - Abitur 2009: 1.Preis beim Landeswettbewerb Christentum und Kultur

Muriel Gahl wird von Erzbischoff Dr. Zollitsch für ihren 1. Platz geehrt.

Muriel Gahl, Abiturientin unseres "Doppeljahrgangs" 2009 gewinnt den ersten Preis des
Landeswettbewerbs Christentum und Kultur für die Erforschung und die
Darstellung des Lebens ihres verstorbenen Großvaters Gotthard Gahl.

"Gott liebt die Welt. Mein Opa hat diese
Gewissheit dorthin getragen, wohin sie gehört:
in die Öffentlichkeit - nicht nur, weil er Pastor
war, sondern weil ihn sein Herz dazu drängte"

so Muriel Gahl in der Dankesrede am 27. Januar 2010 in der katholischen Akademie Freiburg.

Die ehemalige JKG-Schülerin Muriel Gahl (Abi 2009) erforschte im vergangenen Schuljahr das Leben ihres Großvaters, der starb, ehe sie geboren wurde. Anlässe, sich auf die Suche
nach dem unbekannten Großvater zu machen gab es für Muriel genug. Neben dem grundsätzlichen Interesse an der eigenen Familiengeschichte wusste Muriel, dass sich ihr Großvater während seiner
gesamten 35-jährigen Dienstzeit als Gemeindepfarrer erst in der Nazidiktatur und dann in der DDR den politischen Machthabern die Stirn geboten hat.
Als Mitglied
der bekennenden Kirche wurde er inhaftiert, entging nur knapp dem KZ und wurde später an die Front geschickt. Auch in der DDR wurde dieser von der Stasi
als "reaktionärer" und "für den Staat gefährlich [...]" eingestufte Pfarrer inhaftiert.

Zwei ausgeschriebene Wettbewerbe gaben sodann den Anstoß, mit der Arbeit zu beginnen. Für den vom Bundespräsidenten ausgeschriebenen
Geschichtswettbewerb "Helden: verehrt - verkannt - vergessen" reichte sie die Ergebnisse ihrer intensiven Interview- und Quellenarbeit ein und erhielt dafür
bereits im vergangenen Jahr einen ersten Platz.


Der von den katholischen Bistümern und den evangelischen Landeskirchen seit 2003 alljährlich landesweit ausgeschriebene Wettbewerb "Christentum und Kultur"
sprach aber noch deutlicher ihr eigentliches Interesse an der Person Gotthard Gahl an. Diese wesentliche Motivation machte die ehemalige Religion-Neigungsfach-
Schülerin
bei der feierlichen Preisübergabe in einer Rede deutlich:

"[...] Ich glaube, der tiefere Grund, das bewegte
Leben meines Opas erkunden zu wollen, war
der Wunsch, in diesem Leben etwas für mich zu
entdecken, etwas, das auch in der heutigen Zeit
und für meine Generation von Bedeutung sein
könnte. Um es genauer zu sagen, ich wollte
erkennen, was meinem Opa den Mut und die
Kraft gab, 35 Jahre lang ohne Unterbrechung in
der Verfolgung leben zu können, ohne daran zu
zerbrechen."


Einer der diesjährigen Themenvorschläge lautete nämlich "Mission possible - was Christen in die Welt treibt." Von dieser
Fragestellung ließ Sie sich leiten und integrierte dieses Erkenntnisinteresse mit den erarbeiteten zeitgeschichtlichen und biographischen
Informationen
sowie den verbliebenen offene (An-) Fragen an diesen besonderen Menschen, indem sie sich in Briefform an ihren "Opa" wandte. Die Genialität dieser
Darstellung lag unter anderem in dieser Verknüpfung von streng wissenschaftlicher Recherche, emotionaler Annäherung an den eigenen Großvater
und der sprachlichen Ästhetik. Dem Leser dieser Zeilen wird klar - ohne oberflächliche Sentimentalität aber doch in bewegender Weise - was diesen
Christen in die Welt trieb
und was ihn davor bewahrte gegen seine Überzeugung zu handeln:

"Mein Opa hat sich nicht damit aufhalten müssen, unter vielen
Wahrheiten die seine herauszufinden. Er hat in der Gewissheit gelebt, dass es in
einer Welt mit vielen Weltanschauungen nur e i n e Wahrheit gibt: Gottes
liebenden Schöpfergeist, der denen Halt und Richtung gibt, die an ihn glauben. In
dieser Gewissheit fühlte er sich geborgen. An diese Gewissheit muss er sich
geklammert haben, wenn ihn Angst und Verzweiflung zu verschlingen drohten.
Das hat mich nachdenklich gemacht. Eine Wahrheit, die über allen Wahrheiten
steht, die zu allen Zeiten gilt, die Halt und Richtung gibt - kann es eine bessere
Orientierung geben?"

Weitere Preisträger:

Bericht von StD Jürgen Pfeiffer.


Newseintrag vom 2010-01-28 16:55:37

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